GESCHICHTE DES OLANBAUS IN DER PROVINZ TRIEST
Der
Ölanbau in der Provinz Triest geht bis auf die vorrömische Zeit zurück,
als die Phönizien, mit dem Ziel ihre Handelsströme auf immer weitere
Gebiete auszuweiten, die Adria umschifften und deren Küste mit
Olivenbäumen besäten.
Seit der Römerzeit gibt es zahlreiche löbliche Zeugnisse über das
Öl dieser Gegenden, von Mars, Plinius und Strabo. Die Römer erkannten
gleich die günstigen Eigenschaften der Böden und des Klimas der
östlichen Adria, insbesondere der der karsischen Hänge und der
istrianischen Halbinsel, und weiteten den Olivenanbau aus, so dass
dieser einträglich wurde. Damals schon besaß jeder Gutshof in Istrien
eine eigene Presse und das Auspressen erfolgte mit der Ernte.
Aus den darauffolgenden Jahrhunderten gibt es bedeutende Zeugnisse,
die den Olivenanbau zu den wichtigsten Einkommensbereichen der lokalen
Landwirtschaft zählen. Dafür spricht auch, dass in der
Feudalgesellschaft selbst die Zehnt in Öl gezahlt wurde.
In der Epoche der italienischen Stadtstaaten ab dem XIII
Jahrhundert, waren die Besitzer und Bauern des Gebietes Triest dazu
verpflichtet, Ölbäume auf ihren Grundstücken anzubauen. In den Archiven
haben sich Mietverträge erhalten bezüglich Grundstücke, die für den
Wein- und Olivenanbau vorgesehen waren. Was die zahlreichen städtischen
Pressen angeht, so gab es zu dessen Benutzung strengste Verordnungen
und Regeln seitens der Triester Kommune.
Vom XIV. bis zum XVII. Jahrhundert blühte in Triest der Handel des
lokalen Olivenöls, sowie des Öls aus Neapel, Sizilien, Apulien und
Abruzzen, wo es viele Triester Konsuln gab, die die Öle in die Gebiete
jenseits der Alpen exportierten.
Diese Periode großer Anbaugebiete
und hoher Erzeugnisse sah jedoch auch die Republik Venedig über
Istrien. Mit dem Verfall der Stadt S.Marco ging auch der Olivenanbau
zurück und unter der österreichischen Herrschaft kam es zu einem
extremen Rückfall in der Ölerzeugung mit einem konsequenten Rückgang
des Handels.
Besonders schädlich für den Triester Olivenanbau waren die
Frostströme in den Jahren 1782 und 1789, die Grossteil der Olivenhaine
zerstörten, so dass nur noch die Hälfte aller Bäume übrig blieb. Im 19.
und 20. Jahrhundert hat der Anbau in Triest keine großen Aufschwünge
erlebt; zudem sind viele Kenntnisse bezüglich den Anbautechniken
verloren gegangen und es gab eine hohe Konkurrenz der Samenöle, die zu
jener Zeit dank Zollvergünstigungen preiswerter waren.
Trotz dieser Entwicklungen gaben die Wein- und
Oliventerrassierungen der Triester Küste davon Zeugnis, dass der Anbau
des Minervabaumes interessensreich blieb, weswegen das königliche
Institut der Agrargesellschaft von Görz im Jahre 1847 ein Handbuch über
den Olivenanbau herausgab, geschrieben von dem ordentlichen Mitglied
des königlichen Instituts Peter Deviak.
Die jüngste Geschichte des
Olivenanbaus in Triest hätte nicht tragischer beginnen können: zu dem
Frosteinbruch 1929, der den Anbau fast gänzlich zerstörte, kam auch
noch ein Erlass des faschistischen Regimes, der die vollständige
Austilgung besagte.
In den folgenden Jahrzehnten überlebte der
Olivenanbau in Triest dank dem starken Wohlwollen und der großen
Leidenschaft einiger weniger lokaler Bauern, die jedoch durch die
Kältewelle 1956 einen harten Stoß erlebten. Und auch die wenigen
Pressen, die es noch in der Stadt gab, wurden außer Stand gesetzt. Doch
die Willensstärke der Landwirte, vor allem derer aus Muggia und
S.Dorligo-Dolina, siegte über die Ungunsten der Natur und ab den ’50
Jahren, mehr noch ab den ’70, begann ein wachsender Aufschwung, der
noch heute im Gange ist. Dank der Steigerung der Produktion hat die
landwirtschaftliche Genossenschaft Kmetijska im Jahre 1977 eine kleine
Presse einweihen können, die 1985 mit der Genossenschaft Domjo
vergrössert und ausgebaut worden ist. Im Jahre 1996 schloss sich auch
der Betrieb Parovel aus Caresana-Maèkolje an.
Das regionale Gesetz Nr. 79/81 gab dem Triester Olivenanbau den
Anstoß zu einem erneuten Aufschwung. Das Projekt, das von der Region in
Zusammenarbeit mit der ERSA (Öffentliche Einrichtung zur Förderung der
Landwirtschaft) realisiert wurde, sah die Gründung neuer Einrichtungen
in den geeignetsten Gebieten vor. So wuchsen neue Anbaugebiete an den
Hängen des Èelo in Bagnoli-Boljunec, nah bei Dolina, in
Sant'Antonio-Boršt und San Giuseppe-Ricmanje, sowie an den Hängen von
Muggia. Die Initiative hat auch junge Olivenbauern aus Triest und
Duino/Aurisina-Devin/Nabrežina miteinbezogen. Dieser neue Enthusiasmus
hat eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Einrichtungen und
Institutionen des Sektors bewirkt, die heute noch in vollster Harmonie
zusammenarbeiten, wie z.B. die Handelskammer Triest (CCIAA), die
provinziale Aufsichtsbehörde für Landwirtschaft aus Triest, die
Provinzverwaltung Triest, der Zusammenschluss San Dorligo della
Valle-Obèina Dolina, die landwirtschaftliche Genossenschaft Kmetijska
zadruga aus Triest, der Kmeèka zveza- Verband der Landwirte aus Triest
und Görz, der Bund der Landwirte aus Triest, der Ausschuss zur
Förderung der Tage der Landwirtschaft, des Fischfangs und der
Aufforstung, die O.L.E.A. (Organisation Laborexperten und Verkoster)
aus Pesaro, der nationale Verband »Città dell’Olio« aus Siena und
selbstverständlich der Ausschuss für die Aufwertung des kaltgepressten
Olivenöls der Provinz Triest.
Die bebaute Fläche der Provinz Triest
beträgt ca. 120 Hektar, von denen sich 80 allein in S.Dorligo-Dolina
befinden. In reichen Jahren beträgt die Produktion um die 7000 dz
Oliven und sollte in nächster Zeit noch weiter wachsen, da viele junge
Olivenhaine, die im Jahre 2000 angepflanzt worden sind, bald
produktionsreif sind.
Der Olivenanbau in der Provinz Triest stellt heute einen der
wichtigsten Zweige der lokalen landwirtschaftlichen Anbauarten dar und
ist fest in den soziokulturellen Rahmen der Bewohner des Gebietes
verankert. Der Olivenanbau ist in ständigem Wachstum, nicht nur was die
Quantität, sondern auch was die Qualität betrifft. Der Enthusiasmus und
die Neigung, die unentbehrlich sind für den professionellen Olivenanbau
werden bereichert durch ein immer stärkeres wissenschaftliches
Interesse und die Vertiefung der Techniken bezüglich Anbau, Produktion
und Konservierung des kaltgepressten Olivenöls der Region.